Legionellen

Legionellen

Gesundheitsgefährdung durch Legionellen und deren technische Ursachen

 

Entdeckung:

  • Philadelphia USA 1976: Kriegsveteranentreffen
  • 4.000 Kriegsveteranen (Legionäre)
  • 220 erkrankten an atypischer Pneumonie
  • 30 Personen starben unmittelbar 
Symptome
 

Legionellen-Pneumonie        

  • schwere Erkrankung
  • Schwere Grippe, Lungenentzündung und Beeinträchtigungen von anderen Organsystemen
  • Inkubationszeit 2 – 10 Tage
  • Erkrankungen geschätzt: ca. 6.000-10.000 pro Jahr in Deutschland
  • Sterblichkeit ca. 15-20 % (bis 80% möglich)
  • Sofortige Behandlung durch Antibiotika unmittelbar nach Krankheitsausbruch
 

Pontiac-Fieber

  • leichte Erkrankung
  • grippeähnlicher Husten, Durchfall und Fieber
  • Inkubationszeit 2-3 Tage
  • nach wenigen Tagen kommt es zur Heilung
  • keine Sterbefälle bisher bekannt
 

Erreger

  • stäbchenförmige Bakterien, Größe ca. 1 bis 5 µm
 

Infektion                                

  • Vor allem durch Einatmung von kontaminiertem Wasser als Aerosol (=Schwebeteilchen, luftgetragene Partikel), z.B. beim Duschen, in Whirlpools oder klimatisierten Räumen mit automatischer Luftbefeuchtung.
 

Natürliches Vorkommen

  • in Süßwässern, wie z.B. Seen und Flüssen, aber auch in Salz- bzw. Solewässern.
  • Mit dem Trinkwasser gelangen die Legionellen in ungefährlicher Konzentration in die Hausinstallation.
 

Vermehrung

  • Temperaturen zwischen 30°C und 45°C sind die optimalen Wachstumsbedingungen. Verdoppelungszeiten unter natürlichen Bedingungen ca. 4 Stunden.
  • Bei inkrustierten Rohrinnenoberflächen und Biofilmen finden die Bakterien optimale Wachstums- und Nahrungsbedingungen.

Vermehrung und Schutz in Protozoen

Verstärkt wird das Legionellenproblem durch die Tatsache, dass die Legionellen die Eigenschaft besitzen, sich intrazellulär in Protozoen, wie z.B. Amöben, massiv zu vermehren. Zudem erfahren sie durch diese Wirtsorganismen einen gewissen Schutz vor chemischen und thermischen Desinfektionsmaßnahmen.


Wachstumsvermeidung Grundregel

  • Temperaturbereiche kalt kleiner 25°C; warm 60°C-55°C
  • Stagnation vermeiden
  • kurze Leitungswege
  • keine Totleitungen
  • regelmäßige Wasserentnahme
  • keine Nahrung bieten; Sauberkeit bei der Installation
  • kleine Oberflächen
  • regelmäßige Inspektion und Wartung
    • Abtötungszeiten bei 70°C 3 Min.
    • bei 60°C 60-120 Min.
    • bei 55°C 180-240 Min.

Meldepflicht

Legionellenerkrankungen gehören zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten (Bundesgesetzblatt Jahrgang 2000 Teil 1. Nr. 33). Ärzte müssen dem zuständigen Gesundheitsamt die Untersuchungsergebnisse mitteilen.

Gefährdete Personengruppen

Insbesondere sind Personen mit gesundheitlichen Vorschäden, geschwächter körperlicher Abwehr, chronischer Bronchitis sowie ältere und kranke Menschen hinsichtlich einer Legionelleninfektion gefährdet. Auch jüngere Personen, z.B. Sportler nach hoher körperlicher Leistung, können stärker betroffen sein. Risikofaktoren (Alkohol, Rauchen) erhöhen die Gefährdung.


Gebäude mit medizinischen Einrichtungen

Deshalb kann es notwendig sein, dass dort, wo diese Personen leben oder behandelt werden, besonders auf die hygienisch einwandfreie Beschaffenheit des Trinkwassers geachtet wird.


Privathaushalte, Wohnanlagen

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass mit Zunahme von infektdisponierten Personen in der Normalbevölkerung zukünftig auch dem nichtstationären Bereich, also dem häuslichen Umfeld(z.B. in größeren Wohnanlagen) eine höhere Bedeutung beizumessen sein wird.

Weiter betroffene Gebäudearten

Alten-/Seniorenheime, Hotels, Ferienanlagen, Sporthallen, Frei- und Hallenbäder

Gesundheit geht vor Energieeinsparung

Hygienische und gesundheitliche Anforderungen stehen vor Energiesparungszielen.
Mit technischen Ausstattungen lassen sich aber sowohl die gesundheitlichen Aspekte als auch die Energiesparziele erfüllen.

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