Konsequenzen der neuen Verordnung

Konsequenzen der neuen Trinkwasserverordnung

Konsequenzen der neuen Trinkwasserverordnung

Untersuchung auf Legionellen.
 

Am 1. November 2011 tritt die neue Trinkwasserversorgung in Kraft. Eine wesentliche Änderung betrifft die jährliche Untersuchungspflicht auf Legionellen für Gebäude, in denen Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird. Außerdem sind die Trinkwasserinstallationen gemäß DIN 1988-8 zu warten.

 

Neben den öffentlichen Gebäuden besteht erstmalig eine Untersuchungspflicht für Gebäude, bei denen Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird. Die Vermietung von Wohnungen oder gewerblichen Flächen gilt als gewerbliche Tätigkeit (Trinkwasser wird an Dritte verkauft) mit der Konsequenz, dass der Hauseigentümer als Vermieter auch das Trinkwasser im Gebäude auf Legionellen untersuchen lassen muss.

 

Die Untersuchungspflicht betrifft damit neben den öffentlichen Gebäuden auch:

 
  • Wohngebäude mit vermieteten Wohnungen (Ausnahme Ein- und Zweifamilienhäuser)
  • Wohn- und Geschäftsgebäude mit vermieteten Wohnungen, Büros, Ladengeschäften
  • Gewerbe- und Industriegebäude mit Mietern
  • Hotels
 

Trinkwassererwärmungsanlagen, die als „Großanlage“ gelten und in denen Duschen, Badewannen mit Handbrause bzw. Armaturen eingebaut sind, die das Trinkwasser „vernebeln“.

 

Für Bürogebäude, bei denen nur Klosett- und Waschtischanlagen eingebaut sind, die über keine Duschen, Badewannen mit Handbrause verfügen, gilt die Untersuchungspflicht nicht.

 

Definition „Großanlage“: Eine Großanlage liegt vor, wenn ein zentraler Trinkwassererwärmer mit einem Inhalt über 400 Liter vorhanden ist oder der Wasserinhalt der Warmwasserleitung vom Speicher oder Durchflusswassererwärmer (Frischwasserstation) bis zur letzten Entnahmearmatur über 3 Liter beträgt.

Die o.a. Trinkwasserinstallationen sind mindestens einmal pro Jahr auf Legionellen zu untersuchen.
Sind bei den Untersuchungen auf Legionellen in drei aufeinanderfolgenden Jahren keine Beanstandungen festgestellt worden, kann das Gesundheitsamt auch längere Untersuchungsintervalle festlegen.
 

Die Überprüfung des Trinkwassers in den o.a. Gebäuden betrifft nur die Untersuchung auf Legionella spec. Andere Wasserinhaltsstoffe, wie Keime oder chemische Parameter, wie Kupfer, Nitrat, Nitrit usw. werden in diesem Zusammenhang nicht überprüft.

Der Grenzwert (technischer Maßnahmenwert) für die Legionellen beträgt 100 kolonienbildende Einheiten (KBE) pro 100 ml Trinkwasser.

Im DVGW – Arbeitsblatt W 551 „Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums“ erfolgt eine Bewertung der Messwerte:

 
Legionellenanzahl
KBE/100 ml
Bewertung
Maßnahmen/Untersuchung
unter 100 KBE/100 ml
Keine/geringe oder
nachweisbare Kontamination
Nachuntersuchung
jährlich bzw. alle 3 Jahre
über 100 KBE/100 ml
mittlere Kontamination
Weitergehende Untersuchung bzw. mittelfristige Sanierung
über 1.000 KBE/100 ml
hohe Kontamination
Sanierung erforderlich
über 10.000 KBE/100 ml
extrem hohe Kontamination
Gefahrenabwehr, Sofortmaßnahmen
 

Die Überprüfung der Trinkwasserinstallation muss der Hauseigentümer veranlassen.

Die Probenahmestellen können vom zuständigen Gesundheitsamt festgelegt werden.
 

Für die Standarduntersuchung (orientierende Untersuchung) erfolgen in der Regel die Probenahmen an nachfolgenden Stellen:

 
  • in der Warmwasserleitung, Abgang nach dem Trinkwassererwärmer
  • in der Zirkulationsleitung, Eingang vor dem Trinkwassererwärmer
  • an der letzten Duscharmatur bei jedem Warmwasserstrang
 

Nach der Trinkwasserverordnung muss der Hauseigentümer sicherstellen, dass geeignete Probenahmestellen vorhanden sind. Dafür bieten sich sogenannte „abflammbare“ Probenahmearmaturen an, die in die Warmwasser- und Zirkulationsleitung beim Trinkwassererwärmer eingebaut werden.

 

Der Hauseigentümer hat folgende Mitteilungspflichten an das Gesundheitsamt: 

mindestens 4 Wochen vorher:

 
  • erstmalige Inbetriebnahme
  • Wiederinbetriebnahme
  • Bauliche oder betriebstechnische Veränderungen
 
der häuslichen Trinkwasseranlage
 

innerhalb von 3 Tagen:

 
  • Stilllegung der häuslichen Trinkwasseranlage
 
Wichtig:
 

Bestehende Trinkwasseranlagen sind unverzüglich dem Gesundheitsamt anzuzeigen

 

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